Begriffserklärungen
1. HIPPIE
2. LOVE GENERATION
3. FLOWER POWER
4. FREAK
5. Die PEACE-ZEICHEN
6. ...und das weiß WIKIPEDIA
HIPPIE
Der Begriff "Hippie" entstand aus dem
anglo-amerikanischen Begriff "Hipster" und dem darin
enthaltenen Wort "Hip". "Hipster" wurden in den
1940er und 50er Jahren Menschen genannt, denen man nichts vormachen
konnte, die den "Durchblick" hatten. Sie blickten tiefer und
erkannten die wirklichen Zusammenhänge der verlogenen und
heuchlerischen Bürgerlichkeit der Nachkriegszeit, die überkommenen
Normen und Zwänge, die Lügen der Politiker und der Gesellschaft, die
Planlosigkeit nach dem 2. Weltkrieg. "Hip sein" bedeutet
Bescheid zu wissen aus eigenen tiefen Erfahrungen, die Welt ohne
Illusionen zu sehen, also "weise" zu sein.
Ursprünglich wurden als "Hipster" schwarze Jazz-Musiker in
den U.S.A. (insbesondere Harlem) bezeichnet, die von Auftritt zu
Auftritt zogen und mit ihrem freien Lebensstil viele Nachahmer fanden.
In den Zeiten der Rassendiskriminierung war dies für die
"Blacks" eine der wenigen Möglichkeiten innerhalb bzw. am
Rand der Gesellschaft zu existieren.
Die "Hippies" in den 1960er und 70er Jahren
gingen viel weiter als die "Hipsters". Sie grenzten sich
aufgrund dieser Einsichten mit einer ausgeprägten Protesthaltung (freie
Lebensweise, lange Haare, bunte Kleidung u.a.) möglichst weit von der
bürgerlichen Gesellschaft ab und bildeten eine Sub- bzw. Gegenkultur.
"Hippies" gingen gemeinsam auf den Lebensweg von Liebe,
Frieden und Glück in freier Individualität und Selbstverantwortung.
Das Wort "Hippie" wurde dadurch in der konservativen,
teilweise faschistoiden Bürgerlichkeit zum Schimpfwort
("Gammler" = Nichtstuer, "Langhaarige",
"Asoziale"). "Hippie sein bedeutet das individuelle und
gemeinschaftliche freie
Gehen auf Lebenswegen mit Liebe und Frieden und Glück."
Ursprünglich wurde der Begriff "Hippies" von den
"Hipstern" zur Unterscheidung von ihnen geprägt. Sie
bezeichneten damit weiße Jugendliche, die einen dem ihren ähnlichen
Lebensstil lebten, in vielen Bereichen aber weit darüber hinaus gingen.
Ein Zitat aus der Autobiographie von Malcolm X (erschienen 1965), in dem
der Begriff "Hippie" gebraucht wird: "A few of the white
men around Harlem, younger ones whom we called 'hippies', acted more
Negro than Negroes. They talked more 'hip talk' than we did."
LOVE GENERATION
Die
Generation der "Hippie"-Bewegung der 1960er und 70er wurde als
"Love Generation" bezeichnet. Der Sommer 1967 wurde von vielen
aktiven Gruppen und Bands als der "Summer of Love" ausgerufen.
Scott McKenzie sang: "If you´re going to San Francisco, be sure to
wear some flowers in your hair." Die Beatles stellten ihren Song
"All you need is love" in der ersten transkontinentalen
Live-Fernsehübertragung vor. Hunderttausende "Hippies" trafen
sich (insbesondere in den U.S.A. New York, Kalifornien San Francisco und
in England London) auf Festivals, um ihre Lebens- und Protesthaltung
"Love and Peace and Happiness! Liebe und Frieden und Glück!",
"Make Love not War. Flowerpower!", "Free
Love! Free Sex!", "Freedom! Frei sein!" öffentlich
zu leben.
Der Begriff "Love Generation" wurde geprägt von dem
Polizisten !!! Thomas Cahill am 24.1.1967.
FLOWER POWER
Der
Begriff "Flowerpower" entstand während der
"Hippie"-Studentenproteste 1966 in Kalifornien als Teil der
"friedlichen Revolution". Als Zeichen für ihre
Friedfertigkeit und Gewaltlosigkeit steckten sich die Demonstranten
Blumen ins Haar und schenkten ihren Gegnern Blumensträuße -
"Blumenkinder". Legendär das Bild, als Studenten während der
Demonstrationen an der Berkeley-Universität den Soldaten der
Nationalgarde Blumen in die Gewehrläufe steckten.
FREAK
Ein
weiterer weitverbreiteter Begriff war "Freak". Er bezeichnet
im ursprünglichen Sinne behinderte, missgebildete, verkrüppelte
Menschen, die als Außenseiter am Rande der Gesellschaft leben und
oftmals als Sensationen von Schaustellern auf Volksfesten gezeigt
wurden. Hierzu gibt es den bekannten Film "Freaks".
In den 1960ern wurde dieser Begriff auf alle Außenseiter der
Gesellschaft erweitert, in dem Sinne, dass diese sich durch ihre
selbstgewählte Rolle selbst behindern in der Gesellschaft Karriere zu
machen. Es wurde zum Synonym für das Aussteigen aus der
Bürgerlichkeit. Populär wurde dieser Begriff durch die LP "Freak
out" von Frank Zappa.
Die PEACE-ZEICHEN
Es gibt zwei Peace-Zeichen:

1. Das eine mit der Hand gezeigt (Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand
zum V gespreizt) kommt vom englischen Victory-Zeichen. Es wurde in den
1940ern durch Winston Churchill bekannt, als Zeichen für den Sieg über
Nazi-Deutschland. "Hippies" gebrauchen es mit den Worten "Peace,
Brother/Sister!" - "Friede, Bruder/Schwester!" als
Engagement (Sieg) gegen Krieg (in den 1960ern und 70ern speziell gegen den
Vietnam-Krieg). Es ist in älterer Zeit auf Papst Urban II zurückzuführen,
der den Kreuzrittern den Sieg in Form dieses Zeichens mit auf den Weg gab.
Also im Sinne von "Seit siegreich!"

2. Das gezeichnete Symbol wurde zuerst als
Anti-Atomkriegszeichen gebraucht. Es wurde 1958 durch den Designer Gerald
Holtom geschaffen. In dieser Zeit gab es eine starke Bewegung in den U.S.A.
und auch in Deutschland gegen die atomare Aufrüstung. Er legte die
Flaggenzeichen des internationalen Winkeralphabets der Seefahrt für N
(November) und D (Delta) übereinander (= Nuclear Disarmament - Nukleare
Abrüstung).
= N = D
Diese Erklärung ist belegt, u.a. durch den Philosophen
Bertrand Russell.
In Deutschland wird es meist abgeleitet von dem
uralten, identischen Familien-Symbol ("der Mann stirbt" =
Krieg). Ob sich Herr Holtom davon inspirieren lies, ist nicht bekannt.
Es gibt auch eine Erklärung des
"Katholizismus", als Meister des kannibalistischen Einverleibens
von allem was war und ist: "Das heutige Peace-Zeichen leitet sich von
der ursprünglich griechischen Schreibweise für den Namen Christus ab.
Das Symbol bzw. Schriftzeichen bestand aus den Buchstaben X (Chi) und P (Rho),
was sich zu Christos zusammenfügte. Die Römer sahen in den Buchstaben
ihre lateinischen, welche P und X sind und ergänzen es so durch einen
Vokal zu PAX, was wiederum Friede auf Latein heißt." Sei der Vollständigkeit
halber hier auch erwähnt, wird deswegen nicht richtiger.
Die Neo-Satanisten und Neo-Nazis haben auch versucht es
sich einzuverleiben. Sie meinen, es sei die Rune (altes, germanisches
Schriftzeichen) YR für "die Verführung". Sie ist die auf
den kopfgestellte Rune für "Mensch". Diese Ableitung
ist völlig aus der Luft gegriffen.

Noch was ;-): Kinder in der Vorpupertät benutzen ein Handzeichen, um etwas
darzustellen, was sie (noch) nicht so richtig verstehen können. Der
Zeigefinger der rechten Hand wird zwischen die gespreizten Zeige- und
Mittelfinger der linken Hand geführt. Dies zeigt die sexuelle Vereinigung
(gespreizte Beine der Frau und Penis des Mannes).
© copyright 2001 by Old Hippie Lightmaster
...und das weiß WIKIPEDIA 2001!
Hippie aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie:
Als Hippie (abgeleitet von engl. hip = „angesagt“) bzw. im Plural Hippies bezeichnet man Mitglieder einer gegenkulturellen Jugendbewegung, die in den 1960er Jahren entstand und sich an den Lebensstil der Hipster der 1950er Jahre anlehnten. Die ursprünglichen Hippies trugen ihre Kultur 1967 symbolisch zu Grabe, als die Hippiekultur von der Nischenkultur zur Massenkultur wurde und bis in die späten 1970er Jahre, als sie vom Punk abgelöst wurde, die dominante Jugendkultur blieb.
Philosophie
Die von San Francisco ausgehende Hippiebewegung stellte die ihrer Meinung nach sinnentleerten Wohlstandsideale der Mittelschicht in Frage und propagierte eine von Zwängen und bürgerlichen Tabus befreite Lebensvorstellung. Im Vergleich zur 68er-Bewegung dominierten dabei stärker individualistische (Selbstverwirklichung) als gesellschaftspolitische Konzepte, teilweise überschnitten sich die Ideale der Bewegungen. Die Idee von einem humaneren und friedlicheren Leben wurde mit dem – oft synonym zur Hippiebewegung verwendeten – Schlagwort Flower-Power (engl.: „Blumenkraft“) belegt, das 1965 vom US-amerikanischen Dichter Allen Ginsberg geprägt wurde. Diese Ideale wurden versuchsweise in neuartigen, oft ländlichen Kommunen umgesetzt.
Die an Henry David Thoreau geschulte Naturverbundenheit und die Konsumkritik der Hippies führte zur Herausbildung einer eigenen Gegenkultur, die an Ansätze der Lebensreform des ausgehenden 19. Jahrhunderts angelehnt war (vgl. Nacktheit, FKK) und entsprechende Ansätze der Beat Generation (seit den 1940er Jahren) weiterführte.
Gerade in der Spätphase sind die Grenzen zum New Age fließend. Insoweit handelt es sich bei Teilen der Hippiebewegung um ein Übergangsphänomen von den rationalistischen Fortschrittserzählungen der Moderne (z. B. 68er-Bewegung, Sozialismus) hin zur Neo-Mystik der Postmoderne (z. B. New Age, Neuheidentum). Andererseits sind auch viele der frühen Hacker Hippies, wie z.B. Richard
Stallman.
Die Hippiebewegung fand einen machtvollen politischen Höhepunkt in der Friedensbewegung gegen den Vietnamkrieg und prägte um 1967 das Motto Make
love, not war.
Hippies wurden von konservativen Kreisen und dem Mainstream als Gammler, Chaoten und Langhaarige diffamiert, in den Niederlanden auch als
Provos. Sie wurden als Aussteiger betrachtet, die sich dem Leistungsprinzip und den bürgerlichen Konventionen und Moralvorstellungen nicht unterwarfen, sondern entzogen, z. B. in Kommunen auf Ibiza, in Indien
(Goa) oder auf den griechischen Inseln. Ihnen wurden häufig pauschal politische Bestrebungen wie Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus unterstellt, obwohl die wenigsten Anhänger von negativ gesehenen Bewegungen wie etwa dem Sowjetkommunismus waren.
Oftmals stellten Hippies eine Bohème dar, wie im Viertel Greenwich Village in New York, wo Hippies als Subkultur Orte des Undergrounds schufen. Künstler wie Robert
Crumb, Musiker wie John Lennon, Jim Morrison, Aktivisten wie Ken Kesey, Bands wie The Grateful Dead oder Schauspieler wie Peter Fonda zeigen unterschiedliche Facetten der
pluralen, heterogenen Hippie-Bewegung.
Kultur
In dieser Kultur etablierte sich ein eigener Musik- und Kleidungsstil. Manche Männer und Frauen trugen wallende Batikgewänder mit bunten Farben und zumeist die so genannten Jesuslatschen an den Füßen. Beliebt waren auch Gegenstände wie Geruchskerzen etc. Hippies schmückten sich zum Zeichen für Frieden und Liebe mit Blumen, einem Attribut, das die Modeindustrie bald verwertete und damit gesellschaftsfähig machte. Sie wurden daher auch „Blumenkinder“ genannt. Männer wie Frauen trugen lange Haare. „Freie Liebe“ und freier Drogengenuss setzten sich durch. Die psychedelische Musik, neben Folk der dominante Musikstil der Hoch-Zeit der Hippies in den späten 1960ern, war durch den Drogengenuss der Musiker geprägt.
Ein bekanntes Lied, das direkt auf den Ursprung dieser Kultur und die Blumen Bezug nahm, war der Hit „San Francisco (Be Sure To Wear Some Flowers In Your
Hair)“ von Scott McKenzie, der 1967 in Deutschland zwei Monate lang ein Nummer-Eins-Hit war. Vorgänger war der Song „All You Need Is Love“ von den Beatles, der ebenfalls für die Zeit bezeichnend war und sechs Wochen die Hitparade anführte.
Ein berühmt gewordener musikalischer Höhepunkt, der zugleich auch den Beginn der Endphase der nicht kommerzialisierten Hippiebewegung einleitete, war das Woodstock. Geradezu stellvertretend für die Hippie-Ära steht das Musical
Hair, das das Zeitalter des Wassermanns ankündigte (Esoterik).
Und auch heute wird die Hippie-Bewegung noch gelebt. Seit 1969 existiert Europas größtes Hippie-Festival, das Burg-Herzberg-Festival. Auch auf weiteren aber meist kleineren und damit regionaleren Festivals wie dem Flower Power Festival in Freiberg/ Sachsen oder dem FreakWeekNoEnd im Oberpfälzischen Oberviechtach findet sich eine reiche Auswahl an Musik verschiedenster Richtung aber im Einklang mit der Alternativen Kultur.
Die Hippieszene ist musikalisch vielfältig. Die Musikrichtungen reichen von diversen Spielarten der Rockmusik, wie Folk, Space Rock, Jazz Rock, Bluesrock und anderen progressiven Richtungen über Naturmusik bishin zu Psychedelic Trance und Progressive Trance, Weltmusik und Reggaeeinflüssen. Generell wird auf eine harmonische, friedliche Stimmung geachtet.
Das musikalische und melodiös eingängigste Paradebeispiel, welches die Emotionen und Auswüchse dieser Ära einfängt, ist wohl das 1967 aufgenommene Album Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band der Beatles. Das Album war ein Gesamtkunstwerk, das Lebensfreude und neuen Zeitgeist ankündigte: „...a splendid time is guaranteed for all.“ Mit ihrer Kommerzialisierung kam es zum Niedergang der Hippiebewegung. Neue soziale Bewegungen bildeten daran anschließend ein gewisses Auffangbecken für Teile der ehemaligen Hippiebewegung seit den 1970er Jahren.
Die neu entstehende Jugendkultur des Punk grenzte sich seit ca. 1977 sehr stark gegen das Innerlichkeitsdenken, die Sanftheit und die Naturliebe der Hippies ab, die sie als verlogen empfand. Viele jugendliche Hippies „konvertierten“ zu der neuen Jugendkultur. Heutzutage gibt es im Zuge der Retro-Kultur wieder Hippies, die ihren historischen Vorbildern nacheifern. Es geht dabei nicht um einen
Retrokult, sondern um ein Wiederaufleben alternativ-experimenteller Lebensweise. Die neuen
(Neo-)Hippies sind Anhänger einer philosophischen Strömung, das Wort ‚Hippie‘ sehen sie als weltanschaulichen und nicht zeitgebundenen Begriff. Der Kern der Hippiephilosophie ist totaler, freiheitlicher, pazifistisch-sozialer, toleranter Individualismus. Innerhalb dieser Philosophie sind anarchische Denkweisen ebenso möglich wie naturreligiöse. Die Weltanschauung und der Kleidungsstil wie auch die Lebensweise sind dem Einzelnen selbst überlassen. Heut zu Tage gibt es in vielen, besonders größeren Städten der westlichen Welt wieder Hippies.
Hippies in den Medien
Zu den Filmen, die sich mit dem Lebensstil der Hippies auseinandersetzen, gehören u.a. Easy
Rider, Fear and Loathing in Las Vegas, Cheech und Chong, The Big
Lebowski, Alice's Restaurant oder die Verfilmung der Musicals Hair und Jesus Christ Superstar. In der Literatur stellten Bücher wie Die Pforten der Wahrnehmung oder die Werke Carlos Castanedas Inspirationsquellen der Hippiebewegung dar. Eine bekannte Hippie-Parodie ist der verhaschte Sgt. Floyd
Pepper, Bassist und Bandleader der Hausband in der Muppet-Show. Auch die von Dr. Goldzahn geleitete Band selbst ist eine Parodie auf die Musiker der
„Flower Power“-Ära - und gleichzeitig eine Hommage an diese.
Der Hippie-Trail nach Asien
Kennzeichnend für diese Bewegung war ebenfalls der massenhafte Aufbruch nach Osten, nach Indien und seiner orientalischen Mystik. Billige Drogenpreise sowie ein damals äußerst kostengünstiges Leben trugen ebenfalls dazu bei, die Attraktivität dieser Destination zu erhöhen. Auf dem Weg dorthin wurde Kabul als Durchgangsstation bekannt sowie das sanfte Katmandutal als Endziel der Hippieträume mythisch verklärt.
Der Aufbruch nach Osten umfasste mehrere Seiten: die kulturelle Seite – das war die Suche nach sich selbst. Die Lebensweise der Hippies mit ihrem Traum von Freiheit, peace & love musste im Ausland umgesetzt werden. Philosophie, Kleidung, Denkweise und Haarlänge waren bei ihnen ebenso genormt wie bei jeder anderen sozialen Gruppe auch.
Die nomadenhafte Seite – das war die Suche nach neuen Horizonten. Being on the road als Lebensgefühl. Der Film Easy Rider avancierte u.a. auch deswegen zum Kultfilm, weil er eine Sehnsucht symbolisierte. Nicht zuletzt die Sehnsucht von Tausenden Jugendlichen nach Freiheit, in Amerika und Europa, Freiheit nach Asien, insbesondere Indien, ihrem Land der Verheißung. Ein Land der dritten Welt, in dem die sozialen Unterschiede derart enorm waren, dass sie sich dem Verständnis der meisten Europäer entzogen (Kastensystem).
Wachgerüttelt durch die Bewegungen Ende der 60er mussten neue Wege erschlossen werden. Mystik, Drogen oder Religion halfen dabei. Anfang der 70er waren die Jugendlichen sich bewusst geworden, dass sie alle nur Suchende sind. Auf der Suche nach einer Mystik, die den Zugang zu bisher verschlossenen Räumen öffnen sollte. Jedoch war dabei hauptsächlich nur die weiße Mittelschicht der westlichen Welt betroffen. Schwarze Amerikaner oder Hispanics besuchten den asiatischen Kontinent weniger.
Einer der Novizen des Indien-Trails war Hermann Hesse. "Siddharta“ avancierte zu einem Kultbuch in Indien in den 70ern. Hesse war 1911 selbst mehrere Monate in Indien gewesen. Tausende von Lesern fühlten sich als Steppenwölfe und lonesome
riders. Doch trotz aller Werbung mit dem Mythos von „Freiheit und Abenteuer“, wurde Amerika dennoch kein Hippie-Ziel der Europäer, sondern blieb u.a. auch wegen des Vietnamkrieges eher ein abschreckendes Beispiel.
Im permanenten Widerspruch zwischen dem Wunsch nach Integration in die Gesellschaft und der Abneigung gegen die Vereinnahmung durch das System lebend, entwickelte sich in den Guesthouses des India-overland-trails eine Subkultur, die sich ihre eigenen Normen und Richtlinien zurechtzimmerte. Soziologisch gesehen bestanden die Hippies im wesentlichen aus mitteleuropäischen und nordamerikanischen Mittelstandskindern zwischen 18 und 28, aus Auswanderern und Aussteigern, Lebenskünstlern und Bohémiens, Gammlern, Studenten,
Expatriates, Drogensüchtigen und Drogendealern sowie Vagabunden und Clochards.
Gemeinsam war ihnen nur, dass sie alle eine Abkehr des autoritären Lebensstils der 60er wollten. Auf der Suche nach neuen Erfahrungen, brachen sie nach Osten auf. Eine Gegenkultur zu den sog. bürgerlichen Jugendlichen setzte sich in
Goa, Kabul und Katmandu fest und erzeugte den Mythos von der Gastlichkeit des Orients. Die Seidenstrasse umfunktioniert als moderne Route für den Transport von Illusionen. Keine Seide oder Gewürze mehr im Gepäck der Karawane, sondern Flausen für die Seele, kuschelweich verpackt sowie ein Stückchen Dope und andere Stoffe, aus denen die Träume sind. Der Hippie-Trail war geboren.
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